Die Frage kam in einem anderen Post auf und beschäftigt mich ehrlich gesagt schon eine ganze Weile. Die Aussage habe ich in zig Artikeln von MDR, Mein Schöner Garten bis Schneckenprofi gelesen, aber fast immer ohne Quellenangabe oder Erklärung. Die Vernunft sagt mir ja, dass man die chemischen Bestandteile von Schneckenschleim analysieren und vergleichen kann und so die Konzentration von Bitterstoffen feststellen kann. Aber da war immer noch diese kleine, widerwärtige Stimme irgendwo in meinem Kopf, die fragte: Hat am Ende ein Forscher tatsächlich mal Spanische Wegschnecken zum Wohle der Wissenschaft gegessen?

Dieser Frage bin ich nun nachgegangen und tatsächlich fündig geworden. Die wissenschaftliche Analyse der (übrigens nicht aus Spanien, sondern wahrscheinlich aus Südwestfrankreich stammenden) Arion Vulgaris, auf die sich die meisten Artikel beziehen, stammt von Dr. Heike Reise, einer Schneckenforscherin vom Görlitzer Senckenberg Institut. Aber anscheinend hat sich Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München tatsächlich geopfert und im Dienste der Wissenschaft Spanische Wegschnecken gekostet. ("Im Kollegenkreis hat Schrödl allerlei Möglichkeiten ausprobiert, doch auch mit viel Knoblauch oder in Sud eingelegt blieben die Tiere vor allem eines: 'bitter'." Quelle: Geo, 05.07.2022) Und Jochen Holzinger berichtet im Jahresband 2013 der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg von einer Stockente, die an einer Spanischen Wegschnecke tatsächlich erstickt ist…

Na dann, guten Appetit!

by satis-magic

10 comments
  1. >Ein Beispiel für die Anwendung der Nacktschnecken als Versuchstiere ist die Entwicklung vaginal applizierter Medikamente

    (:

  2. Die Aussage muss geglaubt werden. Ich werde sie jedenfalls auf keinen Fall persönlich überprüfen.

  3. Mein Sohn hat mal versucht in einem unbeobachteten Moment eine zu essen. Habe dann nur noch gesehen, dass er sie angewidert ausgespuckt hat.

    Das ist für mich eindeutig ein Zeichen dafür, dass die Tiere nicht schmecken, Sand schmeckt ihm nämlich sonst super.

  4. Angeblich sind Nacktschnecken ein altes Hausmittel gegen Halsschmerzen. Soweit ich weiß, muss man die dafür aber unzerkaut schlucken.

  5. Chat GPT sagt: Ja, die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), die auch als Spanische Nacktschnecke bekannt ist, hat einen bitteren Geschmack. Dieser Geschmack wird oft durch defensive Sekrete verursacht, die die Schnecke absondert, um potenzielle Fressfeinde abzuschrecken.

  6. Irgendwann, wahrscheinlich vor langer Zeit schon oder während/nach einer Hungerperiode/Krieg wird irgendjemand versucht haben, so eine Schnecke zu essen. Und noch viel Schlimmeres.

  7. Du weisst aber daß man manche Schnecken als Delikatesse verspeist? Also ja, jemand (vermutlich mehr als eine Person) wird eine gekostet haben.

  8. Und switch spiele nicht anlecken.

    Die sind auch massiv bitter 🙂

  9. Und irgendwo scharrt jetzt ein Start-Up mit den Füssen und denkt sich, Bitterstoff als Gesundheitsförderer.

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