
Sechstes Spiel, sechster Sieg: Hertha BSC bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga makellos. Bei Dynamo Dresden sorgte Thorsteinsson für zwei Tore und Nilsson für eine Slapstick-Szene.
Die Siegesserie von Hertha BSC in der 2. Liga hat auch bei Dynamo Dresden gehalten. Die Berliner gewannen am Samstagabend 2:1 (1:1) und haben nach sechs Spieltagen die optimale Ausbeute von 18 Punkten auf dem Konto.
Der gebürtige Berliner Patrice Covic (10.) brachte Dresden früh in Führung, aber Jon Dagur Thorsteinsson (29., 80.) drehte die Partie zugunsten der Gäste. Damit holte sich die Hertha die Tabellenführung vom 1. FC Nürnberg (16 Punkte) zurück.
Dresden hat weiterhin nur einen Sieg auf dem Konto, bleibt mit vier Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Pufferzonen auf den Tribünen in Dresden
Nach dem Skandalspiel vor einem halben Jahr mit Platzsturm und Beinahe-Abbruch waren große Pufferzonen neben dem Gästeblock eingerichtet worden. Dort fanden sich nur etwa 7.000 Hertha-Fans, weil viele dem Boykottaufruf der aktiven Berliner Fanszene folgten.
Drei Startelfdebütanten bei Dynamo
Dynamo-Trainer Thomas Stamm hatte für gleich drei Zweitliga-Startelfdebüts gesorgt, beorderte Covic, Till Neininger und Simon Straudi in die erste Elf. Und ausgerechnet Covic sorgte für die Führung. Nach einem Doppelpass mit Vincent Vermeij traf er aus zwölf Metern, sein Schuss war noch abgefälscht.
Patrice Covic ist der Sohn von Ante Covic, einer Hertha-Klublegende. Er arbeitet aktuell als U19-Coach bei den Berlinern.
Herthas Thorsteinsson mit klugem Abschluss
Die Hertha hielt von Beginn an gut dagegen, hätte in der 26. Minute aber fast den zweiten Treffer kassiert. Vermeij traf bei seiner dicken Chance den Ball aber nicht richtig.
Niklas Hauptmann in Aktion
Stattdessen folgte wenige Minuten später der Ausgleich: Thorsteinsson legte sich am Sechzehner den Ball auf den rechten Fuß und traf klug ins linke Eck.
Weil Straudi kurz vor dem Seitenwechsel einen Abschluss von Grönning noch kurz vor der Linie klärte, ging es mit einem leistungsgerechten Remis in die Kabinen.
Berlins Nilsson mit Slapstick-Fehlschuss
Die Berliner erwischten den besseren Start in den zweiten Durchgang und hätten in der 53. Minute in Führung gehen müssen. Oluwaseun Adewumi setzte sich auf rechts durch und passte quer vors Tor, wo Nilsson aus drei Metern nur noch abstauben musste. Doch er geriet leicht in Rücklage und brachte das Kunststück fertig, noch über das Tor zu schießen.
Gustaf Nilsson vergibt aus kurzer Distanz.
Kurz darauf bejubelten die Gäste die vermeintliche Führung, nachdem Adewumi eine schöne Hereingabe von Josip Brekalo am zweiten Pfosten einköpfte. Beschwerden gab es keine, aber dem Videoassistenten Patrick Hanslbauer fiel etwas auf: Von Adeyumis Kopf war der Ball noch leicht an seinen linken Arm geprallt und von dort aus ins Tor.
In solch einem Fall ist ein Handspiel immer strafbar, Schiedsrichter Christian Dingert nahm den Treffer deshalb ohne Ansicht der Bilder zurück.
Thorsteinsson nutzt Dresdens Konditionsprobleme
Die Hertha war jetzt das deutlich bessere Team mit den klar besseren Chancen. Bei den Dresdnern schwanden zunehmend die Kräfte, was bei Thorsteinssons Siegtreffer sehr deutlich wurde.
Er konnte den Ball nach vorne treiben, ihn sich noch einmal perfekt vorlegen und aus 20 Metern ins Eck schießen. Robert Wagner konnte ihn sichtlich außer Puste nicht mehr stören.
Dresden in Osnabrück, Hertha gegen Fürth
Dresden ist nach der langen Länderspielpause am Samstagmittag beim VfL Osnabrück zu Gast (13 Uhr). Die Hertha empfängt am Sonntagmittag Greuther Fürth (13.30 Uhr).